Fragwürdige Plattform für Benedek

Wer die heutigen Ausgaben zweier großer steirischer Tageszeitungen miteinander verglich, konnte dabei durchaus ins Staunen kommen.

Eine der beiden Zeitungen berichtet über einen der Hauptverdächtigen der neulich durchgeführten Islamismus-Großrazzia. Ins Zentrum der Berichterstattung rückten dabei seine fragwürdigen Aktivitäten auf der Universität Graz. Über Jahre hinweg wurden durch ihn Gastredner zu einer Vortragsreihe mit dem Titel „Der Islam in Österreich“ geladen. Die Hälfte der Redner war der Muslimbruderschaft zuzuordnen. [1] Damit nicht genug: In der Folge erschien sogar ein Buch zur Vortragsreihe.  [2]
Der Verdächtige handelte dabei aber nicht alleine. Mitorganisator der Vorträge und Mitherausgeber des Buches war der Vorsitzende des Menschenrechtsbeirates der Stadt Graz, Universitätsprofessor Wolfgang Benedek. Dieser ist im Zusammenhang mit dem politischen Islam kein Unbekannter. Nach der Verteidigung eines antisemitischen Vereines forderte der Präsident der jüdischen Kultusgemeinde in Graz letztes Jahr sogar seinen Rücktritt. [3] Erst unlängst wurde über seine Verbindungen zur sogenannten „Steirischen Friedensplattform“, die die Freiheit für einen verurteilten Terroristen gefordert hatte, berichtet. [4] Abermals setzte es Rücktrittsaufforderungen.

Es handelt sich bei Herrn Benedek also um jemanden, der in der Vergangenheit bereits mehrmals bewiesen hatte, keinerlei Berührungsängste gegenüber Vertretern des politischen Islam zu haben. Regelmäßig rückte er zur Verteidigung und Legitimierung von fragwürdigen Vereinen aus. Seine gemeinsame Publikations- und Vortragstätigkeit mit einem der Hauptverdächtigen der Islamismus-Razzia verwundert in diesem Gesamtbild dann vergleichbar wenig.

Insgesamt überrascht es dann aber doch, dass eine andere bekannte steirische Tageszeitung genau jener Person eine Plattform bietet, um ihre Ansichten zum Islam zum Besten zu geben. Genau diesem Wolfgang Benedek, der immer wieder durch seine Stellung als Universitätsprofessor und Vorsitzender des Menschenrechtsbeirates Personen und Vereinen Türen geöffnet hatte, die diesen besser verschlossen geblieben wären.  Was braucht es eigentlich noch, damit Wolfgang Benedek für seine Relativierungen keine Plattform mehr bekommt? Muslimbrüder an die Universität Graz einzuladen und ihre Ideen durch den Universitätsverlag zu publizieren, sollte gerade nach den Vorfällen in Wien mehr als ausreichend sein.

Mag. (FH) Mario Eustacchio
Stadtparteiobmann der FPÖ Graz


[1] https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/chronik/oesterreich/261505_Islamisten-in-der-Universitaet-Graz.html

[2] Das Buch ist unter anderem hier erhältlich: https://shop.lexisnexis.at/der-islam-in-oesterreich-und-in-europa-die-integration-und-beteiligung-der-muslime-und-musliminnen-in-der-gesellschaft-9783701102020.html

[3] https://www.kleinezeitung.at/steiermark/5663498/Streit-eskaliert_Praesident-der-juedischen-Gemeinde-fordert-Kopf

[4] https://www.krone.at/2254707