Bei Stalins Bart!

KPÖ feiert das alte Jugoslawien und kokettiert mit Sowjet-Diktator

Am 16. Juni feiert die Kommunistische Partei im Volkshaus mit dem „Yugo Fešta“ das alte Jugoslawien. Auf den Plakaten und Flugzetteln hat man im Sowjetstern besonders originell die Gesichtszüge und den unverkennbaren Bart Josef Stalins eingebaut. Überhaupt operieren die Grazer Kommunisten auf ihrem Werbeplakat mit der Macht der Bilder. Neben Sowjetstern und Stalinbart ist es nicht zufällig in den Farben des ehemaligen Jugoslawien gehalten. Dieser Staat ist in einem brutalen und blutigen Krieg in den 90er-Jahren zerfallen. Die meisten in Graz lebenden, damals geflüchteten, Mitbürger haben aus ihrer Sicht belastende Erinnerungen an das alte Jugoslawien und natürlich auch an das blutige Kriegsgeschehen. Nicht zuletzt wurde jene Flagge bewusst vom Staatschef Josip Broz Tito gewählt – jener  Tito übrigens, der es mit den Menschenrechten nicht allzu genau genommen hat, wofür die von seinem Regime initiierten Gefängnis-Inseln Goli Otok und Sveti Grgur als trauriger Beweis dienen.

„In Zeiten, in denen die Bundesregierung rigoros gegen Extremismus vorgeht – Stichwort Imamausweisungen und Moscheenschließungen – macht die KPÖ den Extremismus in unserer Stadt salonfähig. Es ist bedauerlich, dass eine Partei in der Menschrechtsstadt Graz noch immer Figuren wie Tito und Stalin nachweint. Vielleicht ist es aber auch nur ein unbedachter Scherz, den nicht alle verstanden haben. Die Kommunisten fordern Sensibilität von den anderen und agieren selbst wie die sprichwörtliche Axt im Walde“, so der freiheitliche Klubobmann Armin Sippel abschließend.