Wo bleiben Ihre Lösungsansätze, Frau Kahr?

Pendlerstudie zeigt fehlende Attraktivität des ÖV auf

Das jüngst veröffentlichte Zwischenergebnis einer Studie zum Mobilitätsverhalten stellt der Stadt Graz kein gutes Zeugnis aus. Demzufolge geben lediglich 30 Prozent der Befragten an, mit den Öffis zur Arbeit zu fahren, während der größte Anteil von 45 Prozent auf den motorisierten Individualverkehr zurückgreift. Nach wie vor ist die Zeitersparnis Hauptargument für das Mobilitätsverhalten. Während in Wien immerhin 80 Prozent der Befragten mit dem öffentlichen Verkehrsnetz zufrieden sind, sind es in Graz nur knapp 50 Prozent.

„Während Frau Kahr und die KPÖ ihr Stadtblatt seitenweise mit dem Thema Wohnen befüllen – zweifelsfrei sehr wichtig, aber eben nicht in der Zuständigkeit der KPÖ – reduziert sich Frau Kahr in Verkehrsfragen auf das Ankündigen von Projekten, die ihr Vorgänger bereits auf Schiene gebracht hat. Auf eigene Lösungen wartet man jedenfalls, wenn man auf das Büro Kahr hofft, vergebens. Kreativität und Flexibilität zählen ja nicht unbedingt zu den kommunistischen Tugenden, während schematisches Festhalten an alten Themenstellungen an der Tagesordnung ist. Es wird Zeit, dass Frau Kahr ihre Phantomschmerzen nach dem Wohnungsressort ablegt und endlich im neuen Aufgabenbereich ankommt. Wir werden hier jedenfalls weiterhin mit unterstützenden Fragestellungen und Anregungen zur Seite stehen. Schließlich sind wir ja sowohl im Gemeinderat als auch im Stadtsenat ein Kollegialorgan. Mit dem Ausbau von Tangentiallinien alleine wird es nicht getan sein. Ebenso ist die Ankündigung, eine Buslinie in zwei Jahren einrichten zu wollen, bestenfalls rhetorische Kosmetik. Eine Gesamtabstimmung auf die Stadt Graz, die Erhöhung der Taktfrequenzen vor allem im näheren Umfeld von Großbetrieben wie beispielsweise Magna und diverse Stadtlinien könnten wirksame Abhilfe schaffen. Das erfordert aber eine inhaltliche und politische Auseinandersetzung mit dem Thema sowie die Kontaktaufnahme mit übergeordneten Gebietskörperschaften zur Sicherstellung von notwendigen Finanzierungen. Dieser Aufgabenstellung hat sich Frau Kahr aber bislang leider erfolgreich verweigert“, so FP-Klubobmann Sippel abschließend.