Party-Schizophrenie in Graz beenden

Während Veranstalter, die sich um Korrektheit bemühen mit Auflagen eingedeckt werden, toben in den Grazer Parks illegale Feierexzesse

In unserem Dringlichen Antrag im Grazer Gemeinderat vom 14. Mai 2020 zu „SOS Grazer Nachtleben“ haben wir darauf hingewiesen, dass durch die Corona- Krise und den daraus resultierenden existenzbedrohenden Einschränkungen für die Grazer Nachtgastronomie für tausende Jugendliche und Studenten kein geordnetes Feiern mehr möglich ist. Unsere Prophezeiung, dass es dadurch zu jeder Menge Partys im privaten und öffentlichen Bereich mit Ruhestörung, Vermüllung und Vandalismus kommen würde, ist jetzt eingetreten.

Aufgrund der Initiative des FPÖ Gemeinderatsklubs und unter Federführung von Bürgermeister-Stellvertreter Mag. (FH) Mario Eustacchio wurde in kürzester Zeit mit einigen engagierten Nachtgastronomen das Projekt „Summer in the City“ am Karmeliterplatz auf die Beine gestellt, welches diesen Freitag startet. Trotz aller behördlichen Hürden, gegen die aufgeschaukelte mediale Berichterstattung und das politische Kreuzfeuer von KPÖ und Grünen, ist es gelungen, den Grazern ein buntes Programm für den Sommer anzubieten.

Nur ein paar Meter Luftlinie vom Karmeliterplatz entfernt erlebt man derzeit regelrecht „Party-Anarchie“. Die unzähligen behördlichen und coronabedingten Auflagen, die die Veranstalter von „Summer in the City“ zum Schutz der Gäste einhalten müssen, gelten anscheinend einen Steinwurf entfernt nicht mehr. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Augarten.

Die Einsicht von ÖVP Bezirksvorsteher Klaus Strobl gegen Alkohol- und Drogenexzesse aktiv zu werden, kann von FPÖ- Seite nur begrüßt werden.

Die Möglichkeit, seine Freizeit in den Parks zu verbringen und Erholung zu suchen soll jedenfalls gewährleistet bleiben, allerdings unter Einhaltung der geltenden Vorschriften und Verordnungen und unter Rücksichtnahme auf die Anrainer.

Auch die Vermüllung der Parks- die massiv zugenommen hat-  stellt einen Verstoß gegen die Grazer Grünanlagenverordnung dar. Die Strafbarkeit des Konsums illegaler Substanzen sollte ohnehin außer Frage stehen. Anhand der Haltung zu Veranstaltungen und der Möglichkeit in unserer Stadt zu feiern, zeigt sich das skurrile, fast schizophrene Selbstverständnis von KPÖ und Grünen: Auf der einen Seite treten diese Parteien vehement gegen eine geordnete Bespielung des Karmeliterplatzes unter dem Vorwand des Anrainerschutzes auf, während sie gegenüber den Partyexzessen in den Parks kein Wort verlieren.

„Die Grazer Polizei ist aufgefordert, an den bekannten Partyorten in den Parks verstärkt zu kontrollieren und alle Verstöße gegen die Gesetze oder die Verordnungen der Stadt Graz rigoros zur Anzeige zu bringen“, so Klubobmann Sippel abschließend.