Kunst und Kultur

Das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe am sozialen und am kulturellen Leben ist ein Menschenrecht. Als FPÖ Graz sehen wir die Kunst und die Kultur als wesentliche Identitätsstifter des städtischen Lebens und der Gesellschaft.

Obwohl Graz seit 2003 den Titel Kulturhauptstadt trägt, sind die großen Zeiten des künstlerischen Aufbruchs der 1960er und 1970er Jahre längst vergangen. Auch die teuer erkaufte Marke „Kulturhauptstadt“ hat man sich selbst überlassen und somit dem Scheitern überantwortet.

Kunst und Kultur brauchen Publikum, um zu wirken und um zu gestalten. Dieses Publikum kam der Grazer Szene abseits der etablierten und arrivierten Festivals und Institutionen, die ohne Förderungen der Kommune aber trotzdem nicht eigenständig wirtschaftlich überleben könnten, längst abhanden. Dies ist nicht zuletzt dem konsequenten Negieren des Bedarfs und der Nachfrage des zahlenden Publikums geschuldet. Ein Grund des Scheiterns ist aber auch der immense Einfluss der zuständigen Partei auf das kulturelle Leben in Graz. Künstlerische Qualitätskriterien und wirtschaftliche Vergabevernunft sind parteilicher Gefälligkeit der Subventionsverantwortlichen gewichen. Die FPÖ Graz fordert daher, junge und erfolgversprechende Kulturinitiativen zu unterstützen, anstatt eine weitere Zuspitzung der Vereinnahmung der Kunst für politische Zwecke und für Opportunitäten vorzunehmen.

Jenseits der arrivierten Kulturstätten, wie vor allem des Schauspielhauses und der Grazer Oper, gibt es zahlreiche andere Einrichtungen, die jungen Künstlern die Möglichkeit geben sich zu präsentieren. Auch hier gilt es, gezielt zu unterstützen. Wesentlich ist, dass alle Ausdrucksformen der Kunst nebeneinander, gleichwertig bestehen sollen. Kunst darf und soll sich aber nicht nur an den Bedürfnissen des Künstlers orientieren, sondern hat auch die Aufgabe, den Konsumenten zumindest zu erreichen. Vor diesem Hintergrund sehen wir auch die Förderung, die Vermittlung und den Erhalt der traditionellen Volkskultur als wesentlichen Teil des Freiheitlichen Kulturkonzeptes an.

Wir stehen für gezielte Unterstützung der unterschiedlichen Kunstbereiche und sprechen uns gegen ein Förderungswesen nach dem Gießkannenprinzip aus.