Grazer Grünanlagen müssen als Naherholungsgebiete geschützt werden

Öffentliche Grillplätze bringen Lärm, Verschmutzung und große Menschenansammlungen

Der jüngsten Forderung des Vorsitzenden der österreichischen Hochschülerschaft an der Karl-Franzens-Universität nach Errichtung öffentlicher Grillplätze in öffentlichen Parkanlagen erteilt die FPÖ Graz eine klare Absage. Bisherige Erfahrungen zeigen ganz deutlich, dass öffentliche Grillplätze nicht nur zu übermäßiger Vermüllung beitragen, sondern auch weitere unerwünschte Nebeneffekte wie Lärm und Luftverschmutzung mit sich bringen.

Klubobmann Mag. Armin Sippel: „Die rechtliche Lage ist hier eindeutig. Die Grazer Grünanlagen-Verordnung untersagt das Grillen auf solchen Plätzen – es sei denn, die Stadt Graz stimmt ausdrücklich zu. Beim Grünflächenanteil in unserer Stadt sind wir in vielen Bezirken noch weit vom Wunschziel entfernt. Umso wichtiger ist es daher auch, dass die vorhandenen öffentlichen Grünanlagen so benützt werden, dass andere Besucher nicht gefährdet oder unzumutbar belästigt sowie Anlagenteile nicht verschmutzt oder sonst beschädigt werden. Bereits mit der Einhaltung dieser selbstverständlichen Regeln scheinen manche Parkbesucher überfordert zu sein. Was öffentliche Grillflächen bewirken, sehen wir in Auwiesen, am Thalersee und in Kalkleiten. Nicht nur die Vermüllung hat hier massiv zugenommen, auch Berichte darüber, dass angeleinte Hunde beim Spazieren mit ihrem Halter von Freizeitgrillern mit Steinen attackiert werden, häufen sich. Es lässt sich auch feststellen, dass im Zusammenhang mit öffentlichen Grillplätzen eine Vereinnahmung dieser Grünflächen durch größere Menschengruppen stattfindet, und je größer die Gruppe, desto höher auch die Disziplinlosigkeit im Umgang mit anderen Parkbesuchern.“

Auch das Thema Umweltverschmutzung sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, denn nicht selten werden auf öffentlichen Grillplätzen Einweggriller verwendet und auch an Ort und Stelle liegen gelassen. Recyclebar sind diese Griller nicht, und durch die sehr kurzen oder fehlenden Standbeine wird der darunterliegende Rasen in Mitleidenschaft gezogen. Ferner wird die Grillkohle auch oft nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern an Ort und Stelle zurückgelassen. In Extremfällen wird sogar die glühende Kohle achtlos weggekippt und hinterlässt verbrannten Rasen.

„Die meisten unserer öffentlichen Parkanlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu Wohnanlagen. Die Grünflächen sind gerade einmal groß genug, um der Bevölkerung im dicht verbauten Gebiet als Naherholungsraum zu dienen, und als solcher sind die Parks auch zu erhalten. Dass solche Forderungen nach Grillplätzen aber immer wieder von politischen Parteien erhoben werden, die in anderem Zusammenhang Fahrverbote und Citymaut verordnen wollen, finde ich äußerst seltsam“, so der freiheitliche Klubobmann Armin Sippel abschließend.