„Equal Pay Day“ in Graz: Frauen und Männer treffen unterschiedliche Entscheidungen bei der Berufswahl

Frauensprecherin GR Claudia Schönbacher: „Die Situation ist nicht so schockierend, wie sie oft – politisch motiviert – vermittelt wird.“

Der Gender Pay Gap beschreibt den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. So liegt beispielsweise im Haus Graz die Schwankungsbreite eines unbereinigten Einkommens-Gap bei 6,98 bis 26,04 Prozent beim Einkommen der Frauen. Bereinigt wäre der Einkommens-Gap wesentlich niedriger. Dafür müssten bei der Datenerhebung und Auswertung die Qualifizierung, Berufswahl und Zulagen berücksichtigt und auch klar kommuniziert werden.

Männer und Frauen verrichten aus verschiedenen Gründen unterschiedliche Arbeiten, welche entsprechend auch unterschiedlich entlohnt werden. Je nach anzurechnenden Zulagen ergeben sich daher auch ungleiche Gehälter. Um eine Gleichbehandlung in einer jeweiligen Branche sicherzustellen, gibt es in Österreich für fast alle Berufsgruppen Kollektivverträge, welche genaue Regelungen über die Entlohnung, Lohnerhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld treffen. Das ermöglicht eine gerechte und gleiche Entlohnung von Männern und Frauen.

Frauensprecherin GR Claudia Schönbacher: „Frauen haben bei uns keinen Ausbildungsnachteil, sondern treffen bei der Berufswahl als auch bei der Wahl des Zeitausmaßes oftmals andere Entscheidungen als Männer. In den meisten Führungspositionen ist eine Vollzeit-Anstellung Voraussetzung, deshalb wollen viele Frauen überhaupt nicht in Führungspositionen, da sie lieber Teilzeit arbeiten und so auch mehr Zeit für die Familie und Kinder haben. Doch diese Entscheidung trifft jede Frau für sich. Wenn Frauen eine Führungsposition anstreben, muss eine Chancengleichheit jedenfalls gegeben sein, doch dürfen keine unehrlichen Vergleiche getroffen werden, die von einer Meinungsminderheit mit unbereinigten Fakten belegt sind.“ „Es gilt die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen ihre persönliche Entscheidung bezüglich ihrer Berufswahl als auch dem Ausübungsverhältnis treffen können. Zu den bereits erfolgreich getroffenen Maßnahmen zählt die Ausweitung zur Vollanrechnung von Karenzzeiten für jedes Kind, die Einführung des Familienbonus Plus als finanzielle Unterstützung als auch die Einführung des Papamonats. Zudem gilt es aber den Ausbau der Kinderbetreuung zu forcieren und vor allen Dingen flexibler zu gestalten“, so die freiheitliche Gemeinderätin abschließend.