Diskriminierung aufgrund politischer Einstellung darf nicht salonfähig werden

Ein Grazer Reiseveranstalter erklärt im Standard-Interview, keine FPÖ-Wähler als Kunden zu wollen

In einem Interview am 6. Oktober 2019 erklärte der Grazer Reiseveranstalter Christian Hlade gegenüber dem Standard, er wolle keine FPÖ-Kernwähler als Kunden haben. Dies teilte er im Zusammenhang mit dem neuen Unternehmens-Slogan „Öffne deinen Horizont“ mit. Geschäftlich könne er sich das schließlich leisten. So soll der Fokus des Unternehmens weiter verengt werden, „indem wir FPÖ-Wähler mit zu geringem Horizont ablehnen und zu anstrengende Männer abschrecken, die nur auf hohe Gipfel rennen wollen.“

Seitens der Antidiskriminierungsstelle des Landes Steiermark wird diese Aussage unzweifelhaft als Diskriminierung bewertet. Aufgrund der derzeitigen Rechtslage besteht jedoch nicht die Möglichkeit, nach dem Gleichbehandlungsgesetz gegen diese Diskriminierung vorzugehen.   

„Offensichtlich ist es inzwischen selbstverständlich geworden, dass ganze Personengruppen aufgrund ihrer politischen und mit der Demokratie im Einklang stehenden Einstellungen diskriminiert werden. Es ist höchst erstaunlich, dass die ansonsten so umtriebigen Menschenrechtler in unserer Stadt bei einer derart offen an den Tag gelegten Diskriminierung schweigen. Aus diesem Grund bereiten wir eine entsprechende Initiative, die den Bundesgesetzgeber auf einen diesbezüglichen Handlungsbedarf hinweisen soll, für die kommende Gemeinderatssitzung vor“, so Klubobmann Sippel abschließend.

https://www.derstandard.at/story/2000109504672/reiseveranstalter-hlade-fpoe-kernwaehler-wollen-wir-nicht