FP-Klubobmann Sippel: Klare Absage zu Straßenumbenennungen

FPÖ wird Straßenumbenennungen nicht zustimmen

Der Endbericht der Expertenkommission für Straßennamen in Graz ist ein über tausend Seiten langes Elaborat, das sich vor allem mit Straßen auseinandergesetzt hat, die nach Personen der Vergangenheit benannt sind. Grundsätzlich ist der Versuch einer wissenschaftlichen Aufarbeitung durchaus zu begrüßen, das Ergebnis muss aber von der Politik mit Augenmaß verwaltet und behandelt werden.

„Es ist massiv irritierend, wenn sich die handelnden Personen der Gegenwart im Lichte des heutigen Wissens arrogieren, die Protagonisten ihrer eigenen Geschichte zu beurteilen. Wenn Menschen im Kontext ihrer Zeit Entscheidungen treffen, so ist es durchaus möglich, dass diese von nachfolgenden Generationen kritisch hinterfragt werden. Es stellt aber einen gravierenden Unterschied dar, wenn der Versuch unternommen wird, diese Menschen aus dem kollektiven Gedächtnis zu verbannen. Jede dieser namensgebenden Persönlichkeiten wurde wegen ihrer kulturellen, wissenschaftlichen und sozialen Verdienste mit dieser Ehre bedacht. Politische Gesinnung war durchwegs nicht das ausschlaggebende Moment. Es kann durchaus sein, dass die eine oder andere Person in politischer Hinsicht eine hinterfragenswürdige Vita aufweist – dem werden wir uns nicht verschließen, wissenschaftliche Absurditäten werden wir jedenfalls nicht mittragen“, erklärt der freiheitliche Klubobmann Armin Sippel, der sich vor allem darüber verwundert zeigt, dass sich ein Abraham a Santa Clara oder gar ein Martin Luther bzw. auch ein Hans Kloepfer unter den als problematisch eingestuften Persönlichkeiten befinden. Angesichts derart überschießender Beurteilungen stellen die Grazer Freiheitlichen schon die Zielsetzung für die Expertenkommission in Frage.

„Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen, von den verwaltungsorganisatorischen Auswirkungen und den Kosten und Mühen für die betroffenen Anwohner werden wir Straßenumbenennungen in diesem Zusammenhang nicht mittragen. Wir sind bereit, in ausgewählten Fällen über entsprechende Zusatztafeln zu diskutieren, wobei auch hier eine wohlformulierte Textierung gefunden werden muss. Zudem verlangen wir eine Neuregelung über das Prozedere bei Neubenennungen von Straßen nach Personen. Angesichts der moralischen Überheblichkeit und der unglaublich arroganten Herangehensweise gegenwärtiger Politikergenerationen kann ich nur jedem prominenten Grazer raten, der Stadt Graz bereits heute testamentarisch zu untersagen, eine Straße nach ihm zu benennen. Denn wer kann heute schon sagen, in welchem Lichte kommende Generationen unser Streben und Handeln sehen und beurteilen werden“, so Klubobmann Sippel abschließend.