Hallenbad

Burkini-Verbot in Schwimmbädern

Der Burkini – eine zweiteilige Badebekleidung für Frauen -, die außer Gesicht, Händen und Füßen den gesamten Körper bedeckt, prägt nach das Bild in heimischen Schwimmbädern. Bislang existiert keine bundesweit einheitliche Regelung für das Tragen dieser Badebekleidung, jedoch haben die Gemeinden die Möglichkeit, am Wege einer Badeordnung jederzeit eine entsprechende Regelung zu formulieren.

Einige Bäder in Österreich haben schon entsprechende Regelungen getroffen

Bereits mehrere österreichische Bäder haben dahingehende Regelungen getroffen. Im Neuwaldegger Bad in Wien-Hernals ist jegliche Form der „Ganzkörperbekleidung“ während des Schwimmens verboten. Erlaubt ist gemäß der Badeordnung des Freibads ausschließlich die ortsübliche Badebekleidung: Badehose, Badeshorts, Badeanzug und Bikini. Man argumentiert das Verbot des Burkinis mit mangelnder Hygiene, da ein Ganzkörperanzug das Duschen vor dem Baden nahezu verunmöglicht. Im Wachaubad in Melk (NÖ) besteht ein ähnliches Verbot.

Die Badeordnung der Grazer Bäder sieht derzeit vor, dass der Aufenthalt im Nassbereich nur in üblicher Badebekleidung (keine Straßenkleidung, keine Unterwäsche) gestattet ist und weiters: „Vor jedem Betreten der Becken ist zu duschen, ausgenommen, das Becken wird nur kurzfristig verlassen.“ Gerade also im Bereich der Hygiene treten im Zusammenhang mit dieser unüblichen Badebekleidung die größten Hürden auf. Weder kann beim Tragen eines Ganzkörperkleidungsstücks der Zweck des Duschens erfüllt werden, noch kann bei dieser Art von Kleidung zweifelsfrei festgestellt werden, dass nicht darunter auch Unterwäsche getragen wird.

Burkini ist keine ortsübliche Badebekleidung

Abgesehen von geltenden Hygiene- und Sicherheitsstandards widerspricht der Burkini auch der österreichischen Badekultur und ist geeignet, das Empfinden nichtmuslimischer Badegäste – vor allem von Kindern – zu stören. In Österreich ist ein Burkini nicht ortsüblich und sollte das auch niemals werden. Ein vollverhüllender Badeanzug ist zudem aus historischer Sicht ein Rückschritt. Freizügige Badekleidung war auch in Europa früher tabu. Die Verschleierung ist – wie auch der Burkini – in vielen Fällen Ausdruck sozialen Drucks seitens der Familie oder der Umgebung. Es ist die Aufgabe einer säkularisierten Gesellschaft, den Frauen diesen Druck zu nehmen anstatt mit falsch verstandener Toleranz mitzuhelfen, in Europa ein Frauenbild zu verbreiten, das nicht mit den Prinzipien einer aufgeklärten Gesellschaft vereinbar ist.

Mit einem Dringlichen Antrag in der heutigen Gemeinderatssitzung will FPÖ-Klubobmann Sippel eine entsprechende Regelung für die Grazer Bäder erwirken und damit letztlich ein Verbot dieser Art der Badebekleidung erreichen.

DA_Sippel_Badeordnung in den Grazer Bädern – Präzisierung der Bekleidungsvorschriften